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Kaum eine Volksgruppe hat solch einen reichhaltigen
Schatz an Mundarttheatern aufzuweisen, als die bairische bzw.
alpenländische. Das "Schauspielern" liegt den Bewohnern der
Alpenregion von jeher im Blute.
Bevor das Fernsehen Einzug in die gute Stube der Bürger gehalten hat, gab es
kaum einen Ort im Bairischen, der nicht ein Laienspieltheater besaß. Träger
waren meistens Gruppen wie Gesellenvereine, Jungbauernschaften, Feuerwehren
oder Gesangvereine, so hatte fast ein jedes Dorf sein "Nicht
subventioniertes Theater", das zu bestimmten Jahreszeiten spielte. Da
besonders in Dörfern die Tradition hochgehalten wurde, nannte man die
Laienspielgruppen "Bauerntheater".
Der Inhalt der bäuerlichen Stücke war und ist auch heute noch sehr
gegenständlich, man schaut seiner näheren und weiteren Umgebung auf's Maul.
Hauptsächlich wird ein Stück Alltag im bäuerlichen Leben dargestellt, auch
Sozialkritik hat fast ein jedes Stück aufzuweisen. Meist waren Bauernschläue
und Pfiffigkeit des kleinen Mannes gegenüber dem allmächtigen Großbauern
Hauptthemen.
Mit dem Aufkommen des Fernsehens gingen die meisten Laienspielgruppen
zugrunde und wieder war ein Stück Althergebrachtes verschwunden. So ist es
eigentlich verwunderlich, dass gerade in den letzten Jahren das Bauertheater
eine Renaissance erlebt, was keiner mehr für möglich gehalten hatte.
Allerorts sprießen die Bauerntheater aus dem Boden und keiner braucht über
Zuschauermangel klagen.
Ist es Nostalgie oder ist es das Bedürfnis des Menschen nach Geselligkeit?
Sicher ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der, dass sich die Menschen
wieder nach mehr Gefühl und Seelenwärme sehnen, was beim echten Bauernstück
immer vorrangig ist und was beim heutigen Theater oder in den
Fernsehprogrammen verpönt ist.
So hat sich auch die Garchinger Bauernbühne im kulturellen Leben der
Gemeinde seinen festen Platz erobert und im Bürgerhaus einen würdigen
Aufführungsort gefunden Günter Mayr
ehemaliger Kulturreferent der Stadt Garching
1981 |